Glück

schöner Garten von der Sonne beschienen

Was bedeutet es überhaupt glücklich zu sein?

Ich erlebe tagtäglich, dass auch ich immer mehr mich danach ausrichte, wie all die anderen in meiner Umgebung glücklich zu sein.

Doch was heißt es denn glücklich zu sein, was bedeutet das?

 

Gibt es das eine große Glück?

Und was wenn man es erreicht hat, wie geht es dann weiter oder war es das dann?

Mein Eindruck ist es, das viele von uns sich im Rahmen der Digitalisierung, selbst verloren haben.

Wir am Ende des Tages nicht mehr die Geräte steuern, sondern die Geräte uns.

Wir auf die Bildschirme starren und alles andere um uns herum vollkommen vergessen oder ausblenden.

Soll heißen, dass es plötzlich möglich ist, sich mit jedem auf der ganzen Welt zu vernetzen.

Gleichzeitig auch sich mit allem und jedem zu messen, zu vergleichen, zum Teil auch in Konkurrenz zu treten, ob dies nun bewusst oder unbewusst geschieht.

Eine Uhr ist inzwischen nicht mehr eine Uhr, nein sie ist multifunktional.

Alles ist plötzlich optimiert, effizient und smart.

Derzeit wird von Amazon geplant einen Einkaufs Drive in zu gestalten, dass den normalen Einkauf im Supermarkt komplett ersetzen soll.

Wo führt das  alles noch hin?

Lassen wir demnächst alles machen und machen was dann überhaupt noch selbst?

Arbeiten wir in 20 Jahren alle noch oder wie füllen wir unsere Tage?

Doch zurück zum Thema.

Ich ertappe mich selbst dabei, dass ich meine Tage mit Hilfe von To Do Listen plane und stolz am Ende des Tages abstreiche was ich alles erreicht und geschafft habe.

Das ich versuche meine Zeit möglichst effizient zu planen, das heißt sie sinnvoll zu nutzen um möglichst keine Zeit zu verschwenden, da ich ja nur dieses eine Leben habe.

Ständig wird einem in den Medien suggeriert man bräuchte noch diesen oder jenen tollen Artikel, da dieser da Leben schöner leichter besser macht.

Überall strahlen einem von den Plakaten oder Bildschirmen fröhlich glückliche Menschen entgegen.

Da bekomme ich fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal nicht so gut drauf bin.

Meine Frage ist daher: Ist es denn wirklich erstrebenswert oder gar realistisch das dauerhafte Glück?

Sind es nicht gerade auch die Momente im Leben, bei denen es einem auch mal nicht so gut geht, aus denen man lernt, der Blick und das Gefühl sich wieder schärfen für die Dinge/Menschen die einem im Leben wirklich wichtig sind?

Abseits von Optimierung und Effizienz?

Ich stelle immer wieder fest, dass für mich das größte Glück in den ganz kleinen oft ungeplanten überraschenden Momenten besteht.

Wenn zum Beispiel der Tramfahrer sieht das ich noch angerannt komme, weil ich zu spät dran bin und er auf mich wartet.

Oder mir jemand die Tür aufhält.

Mir ein fremder Mensch ein Lächeln schenkt, wenn ich es am dringendsten brauche.

Ich unerwartet ein Kompliment bekomme.

Zeit geschenkt bekomme, die ich dann nutze mich umzuschauen, zu bummeln oder zu entdecken wie schön die Natur doch ist.

Aktuell ist es mein Ziel immer mal wieder inne zu halten, um mir bewusst zu machen, was ich gerade tue und ob ich voll und ganz bei der Sache bin oder schon in Gedanken 3 km weiter.

Das ist nämlich auch so eine Sache.

Die eine Sache tun, im Kopf aber schon meilenweit entfernt zu sein.

Ich erinnere mich am liebsten und auch am genausten an die Momente in meinem Leben zurück, in denen ich voll und ganz bei der Sache war.

Das ist jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung.

Die Frage was ist Glück ist, kann jeder nur für sich beantworten, denn das eine große Glück, das gibt es aus meiner Sicht nicht.

Auch den Fokus auf die großen Dinge zu richten die einen im Leben erfüllen, glücklich machen, wie die Beförderung, die Gehaltserhöhung, das eigene Haus, endlich zu heiraten,  lässt völlig außer Acht was für schöne Dinge bereits auf dem Weg dahin passieren können oder auch was sich für andere schöne Wege auftun, die vorher vielleicht gar nicht da waren.

Schon mal einen Abstecher, abseits der bekannten Trampelpfade gewagt?

Was haben wir denn zu verlieren?

Wir können doch nur gewinnen und wenn es am Ende eine neue Erfahrung ist oder wir uns einer Angst gestellt haben.

Vielleicht finden wir auch am Wegesrand eine Bank zum ausruhen, zum in die Luft gucken, eine schöne längst vergessene oder noch nie gesehen Blume?

Wer weiß…..

 

Für mich habe ich entdeckt, dass Glück vielmehr in den kleinen Dingen liegt, in Begegnungen, Gesprächen, guten Büchern, Pausen, Überraschungen, im Leben eben.

Und das letztlich für mich bei all dem technischen Fortschritt, es immer Dinge geben wird, die ich gerne selbst und analog tun werde.

Sei es nun selbst auf den Markt zu gehen, mich mit den Verkäufern zu unterhalten, mir Tipps für mein geplantes Essen geben zu lassen oder auch einfach mich nett zu unterhalten oder gar immer noch Postkarten und Briefe zu schreiben.

Das ist Glück für mich.

 

 

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