Geschmacks Gedächtnis

Mutzenmandeln mit Puderzucker

Kennt ihr das?

Nach langer Zeit bekommt ihr mal wieder Hunger auf etwas, das ihr schon lange nicht mehr gegessen habt oder zuletzt als Kind.

Plötzlich wollt ihr es unbedingt essen, weil ihr gute Erinnerungen daran habt und euch erinnern könnt das es euch gut geschmeckt hat.

 

 

So ging es mir  heute.

Nach einem mittelmäßigen Abendessen hatte ich noch Hunger.

Da ist mir eingefallen, das ich schon solange kein Snickers mehr gegessen habe.

Das wärs jetzt, hab ich gedacht.

Gesagt, getan.

Rein in den nächsten Kiosk und da hielt ich es auch schon in den Händen, mein Snickers.

Tja, bereits als ich es in der Hand hatte beschlich mich ein komisches Gefühl.

Es wirkte so klein und leicht.

Früher hatte sich das anders angefühlt mmmmhh.

Doch schmecken würde es mir bestimmt immer noch genauso gut wie früher.

Naja, dachte ich zumindest.

Leider war dem nicht so.

Es schmeckte mir ehrlich gesagt, gar nicht mehr.

Zuerst war ich enttäuscht und dann auf eine völlig neue Art und Weise auch erfreut, als ich länger darüber nachdachte, was dies nun bedeutete.

Dazu jetzt.

Denn zugegebenermaßen ist dies nicht das erste Mal, das sich alte Geschmackserinnerungen als heute nicht mehr gültig erweisen, das heißt im Klartext.

Früher haben mir die Dinge geschmeckt, heute nicht mehr oder viel weiter gefasst.

Heute trenne ich bewusst das Lebensmittel und das bis dato daran noch geknüpfte Ereignis oder auch wohlige Gefühl, was damit einherging.

Dadurch ist es mir nun möglich, festzustellen, welches Lebensmittel mir wirklich schmeckt und welches sich einfach nur gut anfühlt.

Das ist wirklich ein sehr großer Unterschied.

Den umgekehrten Fall durfte ich auch in letzter Zeit öfter erleben.

Lebensmittel die mir früher nie geschmeckt haben, es Sie zu Hause nie gab, oder ich nicht kannte, schmecken mir erstaunlich gut.

Als Beispiel: Erdnussbutter, Artischocken, Zucchini, Honig…..

Es ist jedoch auch immer wieder schön, Dinge zu probieren, die ich lange nicht hatte wie z.B. Muzenmandeln (siehe Foto) und zu erkennen, das sie noch genauso herrlich schmecken wie in meiner Erinnerung. 🙂

Ich glaube, durch unser Leben und unsere Entwicklung verändern sich die Erinnerungen in unserem Gedächtnis, somit auch unser Geschmack.

Wir erweitern ihn tagtäglich, setzen die Ansprüche höher, testen ihn, provozieren ein bisschen um herauszufinden was uns schmeckt.

Das ist gut so.

Da draußen gibt es noch soviel zu entdecken und wenn einem da mal etwas nicht mehr so schmeckt, ist das gar nicht so schlimm, wie ich dachte.

Ich bin sicher, dass ich für alles was mir nicht mehr schmeckt irgendwann etwas anderes finde, das mir schmeckt.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen möglichst viele Geschmackserinnerungen und Erlebnisse.

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