Naschkatze auf Zuckerentzug-40 Tage ohne-Fazit

Juhuu, endlich geschafft!

Was hat sich verändert?

Vieles.
Einiges sogar grundlegend.
Am Anfang der Challenge, ich erinnere mich noch ganz genau.
Es war mein erstes Frühstück, ein Overnight-Chia-Pudding mit Kakao und Kakao-Nibs.
So schön braun und schokoladig sah das aus.
Genau.

Was hat mein Kopf mir also prognostiziert?

Juhuu, auf Zucker verzichten und trotzdem süß essen, das ist ja toll!
Pustekuchen.
Als ich mir dann den ersten, natürlich großen Löffel, in den Mund geschoben habe, sind mir sämtliche Gesichtszüge entglitten.
Bitter.
Verdammt bitter.
Am liebsten hätte ich es gleich wieder ausgespuckt.
Hab ich natürlich nicht.

Und wie ist es heute?

Naja, inzwischen probierte ich auch den ersten eigenen Kakao ohne Zucker (kein Kaba), sondern den richtigen Kakao, eh klar oder?
Was soll ich sagen, ich konnte ihn nicht austrinken.
Das war einfach auch zu bitter für mich.
Bitter ist eben einfach nicht meine Lieblingsgeschmacksrichtung.

Doch mir ist klar geworden, wie sehr ich auf süß getrimmt bin.

Anfangs sogar immer nur darauf bedacht, mir einfach Ersatz zu suchen, statt die Vielfalt der neuen Möglichkeiten zu genießen und eben auch zu entdecken.
Ich setze mich ganz anders mit den Lebensmitteln die ich verwende auseinander, was esse ich, wieviel brauche ich, wo kommt es her und so weiter und so fort.
Selbst meine Portionsgrößen sind kleiner geworden, ja, das ist im Buch auch so angedacht.
Trotzdem merke ich für mich, es reicht.
Hunger oder gar Heißhunger verspüre ich nur selten zwischendurch und wenn, bin ich darauf vorbereitet.
Ja, auch das war am Anfang ein bisschen komisch für mich, ständig mir morgens schon Snacks bereit zu legen und in die Handtasche zu tun.
Jetzt ist es normal und vor allen Dingen, tut es gut.
Denn egal was passiert, ich bin vorbereitet und muss nicht mitten im Hunger losstürmen.
Ich lerne mich dadurch auch besser kennen und verstehen, wann kriege ich Hunger oder auch ist es wirklich Hunger oder brauche ich was anderes?
Die Zubereitung, die Zeit, die ich mir zum Essen nehme hat sich auch verändert.
Es ist schön mir Essen zu kochen oder vorzubereiten, weil ich im Endeffekt mir selbst damit etwas Gutes tue.
Schließlich ist es ja für mich.

Was war die größte Herausforderung?

Ganz klar auf frische Brezn zu verzichten und Essen zu gehen, während der Challenge.
Und mein Besuch auf dem Oktoberfest.
Beides konnte ich vorher gar nicht absehen.
Daher bin ich auch nur dreimal während der gesamten Challenge essen gegangen.
Alle Möglichkeiten sonst, konnte ich so verschieben oder umlegen, so dass ich dann zu mir eingeladen habe.
Das hatte natürlich auch was für sich.

Dennoch, weiß ich nicht, wie ich das dann in Zukunft machen soll?

Ganz darauf verzichten wohl eher nicht oder eine andere Art von Restaurants aussuchen, keine Ahnung.
Ich denke, dass sich das für mich erst in der Realität und der Zeit nach der Challenge zeigen wird.
Brezn.

Ja, ich liebe sie.

Und sie gehören einfach zu München, zumindest ist das mein Eindruck oder es war meine selektive Wahrnehmung während der Challenge, dass ich sie plötzlich überall gesehen habe.
Auf die werde ich nicht verzichten, nur bewusster genießen, dass schon.
Mein erstes richtiges Oktoberfest.
Komplett vom Schirm und Radar weg, dass der Besuch in die Challenge fällt.
Also machte ich mir erst kurz vorher Gedanken.
Soll ich eine Ausnahme machen?
Nur dieses eine Mal?

Ich bin da schon eher eine Radikale muss ich zugeben und bin hart geblieben.

Hart wars trotzdem.
Der Duft von gebrannten Mandeln, Waffeln oder gar Mutzenmandeln…..
In Zukunft gibt´s das wieder, ganz sicher, doch auch hier brauche ich das auch nur in Maßen.
Ob sie mir überhaupt noch schmecken?
Oder sind sie inzwischen viel zu süß?
Ich find´s raus.
Keine Sorge.

Was hat am meisten Spaß gemacht?

Zugegeben, das Kochen, das Planen und Vorbereiten.
Wie gerne ich in der Küche stehe, konnte ich selbst so manches Mal kaum glauben.
Doch es war so.
Vor allem auch mir zu überlegen, was ist noch alles möglich?
Wie kann ich meine alten Rezepte verändern und sie Challengetauglich machen?
Im Rahmen meiner Möglichkeiten, die Vielfalt und Kreativität zu entdecken, zu spüren wie kreativ ich beim Kochen sein kann und werde.
Ein herrliches Gefühl, dass hoffentlich noch weiter anhält.

Ist es im Alltag lebbar?

Keine Ahnung.
Ich glaube schon, dass ein wesentlich bewussterer Umgang mit Zucker für mich auf jeden Fall lebbar ist.
Ein Leben so ganz ohne den haushaltsüblichen Zucker und seine natürlichen Alternativen ist für mich auf Dauer gerade nicht denkbar.
Auf den Industriezucker zu verzichten, ja, das kann ich mir inzwischen sehr gut vorstellen und werde das auch tun.
Stattdessen die natürlichen Alternativen zu wählen wie z.B. Honig o.ä. auch.
Damit tue ich mir auf jeden Fall was Gutes und dann auch noch bewusst das Ganze zu dosieren.
Wie genau ich das umsetze, sehe ich nach der Challenge.

Was hab ich gelernt?

Ich durfte und habe meine Lust und Leidenschaft sowie Freude am Kochen entdeckt.
Das finde ich großartig.
Mich selber, meine Mechanismen, meine Vorlieben besser kennen und verstehen gelernt.
Nach der Challenge, weiß ich wie Chiasamen, Quinoa, Buchweizen, gelbe Linsen, Kakao und Kakao Nibs schmecken und was ich mit Ihnen alles so leckeres machen kann.

Wie geht’s für mich weiter?

Ich verzichte auf den Industriezucker, schaue wie es mir geht, nachdem ich das erste Mal wieder etwas mit Zucker esse z.B. süßen Senf oder ein Franzbröchten.
Wie fühlt sich mein Körper an, was macht der Kopf dann?
Ich beobachte mich genauer, versuche herauszufinden, was mir und meinem Körper gut tut und was nicht.
Nehme mir mehr Zeit fürs Essen, die Vorbereitung, das Kochen, aber auch das Essen an sich.

Worauf freue ich mich jetzt am meisten?

Auf ein ausgiebiges bayerisches Frühstück mit Weißwürsten, süßem Senf und frischen Brezn.

Und auf ein warmes frisches Franzbrötchen.

Wie geht´s mir?

Gut.
Ich bin froh, dieses Experiment gemacht zu haben.
Auch es öffentlich zu machen.
Dadurch konnte ich mich mit einigen tollen Menschen austauschen, unterhalten, dem Thema mehr auf den Grund gehen.
Fühle mich wohler in meiner Haut, meinem Körper.
Habe den Eindruck gewonnen, der Kopf versucht uns oft einen Strich durch die Rechnung zu machen.
Doch dadurch, dass ich das erstmal verstanden habe, kann ich auch was dafür tun, um es in die richtige Richtung zu lenken.
Ebenso, wie ich es gerne möchte und vor allem brauche.

Mein, was wäre wenn?, ist weg.

Ich weiß es jetzt.
Das tut mir gut und macht mir Mut.

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