Gedicht: In der Stille

Sonnenaufgang an der FraueninselSonnenaufgang an der Fraueninsel

In der Stille  

Nun bin ich hier in der Stille,

so ist es mein Wille.

Kein Wort aus meinem Mund,

dafür geht es im Kopf rund.

Die Gedanken und Gefühle,

treiben es kunterbunt.

Manch Träne ist geflossen,

wie hab ich die Stille auch genossen.

Auch wenn die Angst mal kam,

mir den Atem nahm,

war ich beschützt,

hab mich selbst gestützt.

Denn wirklich retten kann uns nur einer,

wie sonst keiner.

Ich, mich.

Aus mir heraus muss es kommen,

dann hab ich gewonnen.

Wieder mal ein Stück mehr

von dem, was ich inzwischen lieb so sehr.

Von mir.

Plötzlich ist da so viel Zeit,

ganz ohne Ablenkung,

ohne wenn und aber.

So ohne diese Worte,

deine oder meine,

komm ich an ganz geheime Orte.

Welch vorher allzu unerkannt,

mir dennoch wohl bekannt.

Ich hab mich wieder erkannt.

Der Blick geht tief nach innen,

wo ist noch so viel drinnen.

Schluss ist´s mit dem Verstecken,

Zeit für´s mich und meine Welt entdecken.

Was ich schon vorher wusste,

doch hier wieder lernen musste:

Alles hat seine Zeit.

Dies ist nun die meine,

damit ich mich vereine.

Ich freue mich auf das was kommt,

da es das ist, was bleibt.

Mich treibt.

Die Liebe,

die Hoffnung

und das Vertrauen,

auf das ich muss bauen,

dass nach der Nacht der Tag folgt,

mir noch ein Morgen bleibt,

in meinem Leib.

Dieses Gedicht ist während des Seminars „Stille Tage im Schweigen“ auf der Fraueninsel entstanden, im Oktober 2017.

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