Gedicht: Du bist nicht allein

Du bist nicht allein

Du bist nicht allein 

Es wird immer jemand bei dir sein.
Auch wenn es manchmal anders scheint,
ist es das was uns eint.
Wir sehnen uns danach, wünschen uns so sehr ein Stück, von diesem Gefühl zurück,
als wir waren noch untrennbar vereint.
Da wo wir ganz und gar behütet, beschützt, sicher, versorgt, in ihrem Bauch.
Ja, das wünschen wir uns jetzt auch.
In uns allen gibt es diese große Sehnsucht nach diesem Hort,
dem Ort,
an dem alles seinen Anfang nimmt,
unser Leben entspringt.
Sind wir erstmal auf dieser Welt,
geht es plötzlich um ganz andere Sachen,
ums Haben und machen.
Statt des einfachen Sein,
wie gemein.
Wir fühlen uns verloren,
einsam und so allein.
Wie kann das nur sein?
Kann keine Ruhe finden,
keinen Halt,
muss mich ständig neu erfinden.
Suche, sehne mich zurück,
will nur wieder ein Stück,
von diesem Glück.
Will endlich ganz sein,
eins sein.
Komplett.
Jetzt liege ich hier auf meinem Bett.
Weine, mit dem Schmerz in meinem Herz,
will mich vereinen.
Die Tränen laufen nur so herunter,
wann werde ich wieder munter?
Ich schließe meine Augen,
atme ein,
so soll es sein.
Mein Herz schlägt in meiner Brust,
entgegen jedem Verdruss.
Schluss.
Die Wärme ist da,
ganz nah,
es ist so still,
hier bin nur ich,
ganz ohne dich.
In mir,
statt in dir.
Ihr habt es mir gegeben dieses Geschenk,
wenn ich es richtig bedenk,
damit ich es lenk.
Aus euch bin ich entstanden,
das hab ich erst jetzt so richtig verstanden.
Zwei Teile, zwei Menschen,
in mir vereint,
dass ist damit gemeint.
Das bin ich.
Ein echtes Unikat,
was ich inzwischen richtig mag.
Nun bin ich hier,
auf dieser Welt,
nicht mehr in dir.
Trotzdem steckt es in mir.
Der Samen in mir gesät,
der Faden des Lebens für mich gewebt,
damit ich es erleb.
Damit ich kann mich erinnern,
falls ich es einst vergesse,
mir holen,
weil es mir nie gestohlen.
Ich war nie zwei,
daher bin ich nicht entzwei.
Immer eins,
ganz, heil, erfüllt,
es mir verhüllt.
Versteckt, gut das ich es entdeckt,
neue Kräfte in mir geweckt.
Ich bin auf diese Welt gekommen,
bereits vollkommen,
niemand mir dies je genommen,
es war nur verschwommen.
Nie bist du allein,
solange du lebst,
so soll es sein,
weil dein Herz für dich schlägt,
dich durchs Leben trägt.
Du bist nicht allein.

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