Der Fall 2017, wie ich fiel ohne zu wissen, wie es ausgeht, bis die Hoffnung kam

Jaqueline Claus© Marek & Beier Fotografen

Dieses Jahr ist schon ein verrücktes.
Zugleich auch ein ganz besonderes.
Am Anfang des Jahres gab es einige Wünsche und Ziele, die ich mir gesetzt habe.
Beim Zurückblicken stelle ich fest, dass fast kein einziger davon Wirklichkeit geworden ist.
Bin ich wütend, sauer, enttäuscht oder gar traurig deswegen?
Oh ja, das war ich, diese Momente gab es in diesem Jahr.
Stimmt.
Und heute sitze ich hier, schreibe diesen Text, schmunzle in mich hinein, lache sogar.
Denn es ist wunderbar.
Am besten fange ich von vorne an.

Vor einigen Tagen in einem Film hörte ich diesen Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht: „Da fühlte ich mich, als wäre ich aus dem Leben gefallen.“
Volltreffer und Punktlandung.
Dieses Jahr bin ich von einem auf den anderen Moment einfach „aus dem Leben gefallen.“
Ich erinnere mich noch genau an diesen Augenblick.
Vielleicht hat der eine oder andere mein Gedicht „Reset Knopf gedrückt“ dazu gelesen und kennt das Gefühl.
Nichts ist mehr wie es war und wird es nie mehr sein.
Am Anfang wollte ich es auch gar nicht wahrhaben, konnte nicht verstehen, dass es so ist, wie es ist.
Vorbei.
Da stand ich also.
Wieder allein.
Alles nochmal auf Anfang.
Was blieb war nur dieser entsetzliche Schmerz in meinem Herz.
Zum Schmerz gesellte sich noch was.
Ich hatte das Gefühl zu fallen, einfach so, ohne zu wissen, ob ich irgendwo lande, aufschlage oder es schaffe.
Mich reparieren kann sozusagen.
Die Verzweiflung, der Schmerz und auch die Leere waren groß.

Doch dann ist etwas passiert.
Beim drüber nachdenken, muss ich lachen.
Ich nenne ihn den „großen Trotzmoment“.
Bei mir entsteht er, wenn ich in eine Situation komme und mich selbst nicht mehr leiden kann.
Fast alles doof, blöd und einfach total bescheuert finde.
Sogar ab und an einfach alles, die Welt, alle anderen, aber ganz besonders mich.
Gelinde gesagt, hab ich dann die Schnauze voll von der derzeitigen Situation.
Sollte ich es schaffen, mich in dem Moment zu reflektieren komme ich mir vor wie ein kleines trotziges Kind.
In Wahrheit ist es eher ein cleverer Schutzmechanismus, der mir zeigt, Stopp! Halt!, so nicht.
Aufhören.
Richtig.
Ich wollte nicht mehr traurig sein und auf Schmerzen stehe ich nun mal auch nicht.
Also musste was anderes her.
Eine Lösung also.
Nur woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Früher dachte ich, für alles gibt es eine Lösung, eine Medizin, sobald ich die nehme, bin ich gesund.
Ist alles wieder in Ordnung.
Das Leben funktioniert anders.
Wie ich heute hier lachend und vor allen Dingen sehr dankbar sitzen kann, darum soll es heute gehen.

Diese Reihe widme ich all den Menschen, die mich auf meinem Weg 2017 begleitet und unterstützt haben.
Bei denen ich Stück für Stück meine Medizin gefunden habe.

Also los geht´s.

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