Ich sollte doch glücklich sein

I am on my way

Nach jeder Menge Schlaf bin ich aufgewacht und fühlte mich nicht so gut, wie ich wollte.
Schließlich bin ich doch jetzt hier in Neuseeland, das Abenteuer hat gerade erst begonnen.
Wieso bin ich dann nicht glücklich, stehe nicht jeden Tag auf mit einem großen Lächeln auf den Lippen?
Ich verstehe es nicht.
Um mich zu beruhigen, hab ich meditiert, dass tat gut.
Noch vor dem Frühstück hieß es schon wieder Sachen packen, heute geht es weiter zu den nächsten Menschen, dir mir für ein paar Tage ein zu Hause geben.
Ein wundervolles zu Hause wie ich wenige Stunden später feststellen sollte.
Bereits kurz nachdem ich ankam, mussten sie nochmal los und setzen mich an einem Supermarkt ab, damit ich noch ein paar Besorgungen machen konnte.
Vorher bei Ihnen zu Hause, sprachen wir miteinander, ohne das wir einander vorher kannten, nur wussten was in den Emails stand, geben sie mir das Gefühl willkommen zu sein, ließen mich wissen, dass sie da sind falls mal was ist.
Mir kamen die Tränen vor Dankbarkeit.
Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich.
Doch als ich in den Supermarkt kam, vielmehr beim wieder rausgehen, überfiel mich ein ganz anderes.
Ich denke, dass war es auch heute morgen schon.
Verloren.
Es ist das Gefühl sich verloren zu fühlen, alles aufgegeben zu haben, die Zelte abgebrochen und jetzt losgegangen zu sein.
Einerseits eine riesengroße Freiheit, die wundervoll ist, zumindest glaube ich dass fühlen tu ich es noch nicht.
Auf der anderen Seite, die Frage was mache ich jetzt?
Wie geht es weiter?
Wohin gehe ich?
Allein in der Welt, mit all diesen vielen Möglichkeiten und Optionen.
Der Angst, dem Leben und mir selbst.
So dankbar und stolz ich auf mich bin, diese Reise jetzt zu machen, gerade fühlt es sich so an.
Kommende Woche Mittwoch startet ein 10tägiger Meditations Kurs, in dem jeden Tag meditiert und geschwiegen wird.
Seit Monaten freue ich mich darauf, stand bis zu meiner Landung in Auckland auf der Warteliste, hoffte jeden Tag auf einen Platz.
Am Gepäckband erhielt ich ihn, meinen Platz.
Auch wenn ich weiß, dass dieser Kurs mir helfen wird, ist er auch eine weitere Herausforderung.
Wie das Leben selbst.
Beim Supermarkt loszulaufen nach Hause, ließ dieses Gefühl der Verlorenheit verschwinden.
Liegt es am vorankommen?
Ehrlich?
Egal, das Laufen beruhigt mich, scheint meine Medizin zu sein.

On my way
Diese Tatsache wiederum freut mich sehr, denn ich werde in diesem Jahr noch eine Menge laufen.
Beim Betreten des Indischen Supermarktes auf meinem Weg, schoß mir sofort ein Lächeln aufs Gesicht.
Allein schon dieser Geruch, von Essen, Curry und Ferne.
Herrlich.
Ich bin Regal für Regal, wie ein Kind um den Weihnachtsbaum umhergegangen, an jeder Ecke gab es etwas für mich zu entdecken.
Das liebe ich so sehr.
Etwas das aussieht wie eine Gurke,

Heute im indischen Supermarktin Wirklichkeit aber bitter schmeckt und in Indien im Curry verarbeitet wird oder gar süße kleine Körner, die zum Nachttisch gegessen werden.Heute im indischen Supermarkt
Völlig überfordert aufgrund der großen Auswahl, hab ich jetzt erstmal leckere Kekse mitgenommen.
Typisch.Heute im indischen SupermarktHeute im indischen SupermarktHeute im indischen SupermarktHeute im indischen Supermarkt
Vielleicht trau ich mich in den kommenden Tagen mehr.
Zurück in meinem neuen zu Hause versuche ich zur Ruhe zu kommen.
Am Nachmittag setze ich mich hin und plane den Rest meiner Zeit in Neuseeland.
Ich bin glücklich und dankbar, doch die anderen Momente gibt es eben auch und es wird Zeit das zu akzeptieren.
Im Leben scheint nun mal nicht in jedem Moment die Sonne, sonst säßen wir in der Wüste und ich bekäme Sonnenbrand ohne Ende.
Wir brauchen auch den Wind, die Pflanzen und das Wasser.
Das Leben ist voller Vielfalt, nicht nur an Möglichkeiten, sondern auch an Gefühlen.
Wenn ich eins gelernt habe, dann dass, das einzig beständige ist die Veränderung und so wie dieses Gefühl der Verlorenheit gekommen ist, wird es auch wieder gehen, wenn ich es loslasse.

In diesem Sinne, euch allen einen wunderschönen Tag.

Viele Grüße vom anderen Ende der Welt,

Jaqueline

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