Vor einem Monat ging ich los

Riverside Valley

Heute ist es genau einen Monat her, dass ich mich auf meine Reise begeben habe.
Am 31.12.2017 stand ich am Flughafen in Hamburg und stieg ins Flugzeug.
Voller Angst, Zweifel und Unsicherheit machte ich mich auf den Weg.
Die Vorfreude hielt sich bedeckt im Hintergrund, zeige sich erst im Flugzeug.
Ein paar Tage zuvor, dachte ich sogar noch wirklich, vielleicht ist es besser wenn ich alles rückgängig mache und bleibe.
So schlimm war das doch alles gar nicht oder?
Doch fürs aufgeben bin ich nicht gemacht.
Dafür ist der Weg, den ich schon gegangen bin, zu weit.
Also ging ich.
Tief in mir gab es und gibt es etwas das größer ist, als die Angst, die Unsicherheit oder die Zweifel.
Lange Zeit in meinem Leben, zeigte es sich nur in Ausnahmesituationen, aber jetzt ist es dauerhaft da.
Vertrauen, Urvertrauen, Glaube und Liebe.
Nachdem heutigen Tag fällt es mir schwer zu glauben, dass ich das immer noch bin, die all diese Sachen macht.
Es erst 1 Monat her ist, als alles anfing.
Seitdem ich hier bin ist alles anders.
Nein, das stimmt nicht.
Ich bin eine andere.
Gibt es sowas wie einen Reisemodus?
Wenn, dann bin ich drin.
Gerade eben bin ich über einen Fluß gezogen worden, von mir selbst, der Fußweg welchen wir entlang gingen, war nicht sicher, zweimal drohte ich hinab zu stürzen, zuvor sprang ich von den Klippen in den Fluß.
In keinem dieser Momente spürte ich Angst in mir.
Für alles entschied ich mich bewusst.
Was ist los mit mir?
Die Angst nun für immer verschwunden aus meinem Leben oder nur die unnötigen gegangen ohne sich richtig zu verabschieden?
Ich weiß es nicht.
Keine Ahnung.
Das junge Mädchen mit dem ich auf diesem kleinen Ding saß hatte Angst, es schien je mehr Angst sie hatte, desto sicherer wurde ich.
Komisch oder gar verrückt.
Gleichzeitig ist es ein befreiendes Gefühl.
Kurz nach unserer Ankunft hier, in diesem Idyll am Ende vom nirgendwo, ohne Telefonsignal oder einen anderen Zugang zur Zivilisation ging ich ins Wasser.
Im Fluß angekommen, spürte ich für einen Moment, tiefen Frieden in mir, dachte an einfach gar nichts, das Wasser und ich bildeten eine Einheit, fast schon eine Symbiose.
Ein unbeschreibliches Gefühl, voll von Dankbarkeit, Liebe und Freiheit.
Vieles von dem ich dachte, hoffentlich weiß ich es nach der Reise, weiß ich schon.
Heißt das, meine Reise ist nun vorbei?
Nein.
Ist sie nicht.
Sie geht weiter.
Die Planung steht ja noch an und außerdem freue ich mich noch auf einige tolle Dinge die ich vorhabe, manche davon werden mich besonders herausfordern, andere werde ich einfach genießen.
Und wer weiß vielleicht ändern sich meine Pläne auch wieder.
Schließlich bin ich inzwischen Meisterin im Pläne umschmeißen und neue machen oder vielmehr einfach mal auf mich zu kommen lassen.
Zwischendurch stehe ich neben mir und muss lachen, bin ich das wirklich?
Wer sonst, wenn nicht ich?
Christoph Columbus fuhr damals los, weil er daran glaubte, dass es da noch weiße Flecken auf der Landkarte gibt, die es zu entdecken gilt.
Viele hielten ihn für verrückt, aber er ließ sich nicht beirren und war am Ende erfolgreich.
Manchmal geht es mir genauso, völlig außerhalb jeglicher Komfortzone, bin ich losgegangen, um die Länder zu entdecken, die für mich noch weiße Flecken sind.
Was viel wichtiger ist, stelle ich erst hier vor Ort während der Reise fest, ich entdecke und erobere die weißen Flecken, unbekannten Orte und Schätze in mir selbst.
Das ist unbezahlbar.
Schließlich werde ich solange mein Herz für mich schlägt immer bei mir sein und daher kann ich nie wirklich allein sein oder?
Nein.
Vor allem sollte ich anfangen, meine beste Freundin zu werden, niemand wird je so viel Zeit mit mir verbringen, wenn auch gezwungenermaßen, als ich selbst.
Zeit Freundschaft zu schließen, die einzig wahre lebenslange.
Am Ende verbrachte ich Jahre damit zu, die Liebe meines Lebens im außen zu suchen, dachte dann wird alles einfacher und ich endlich glücklich.
Mir ist klar, dass ich einem Irrglauben unterlag, die Liebe meines Lebens, ist schon solange da und wartet nur darauf endlich gesehen und erkannt zu werden.
Ich selbst bin es.
Diese Liebe gilt es zu hegen und zu pflegen, jegliche andere Liebe ist dann nur ein Bonus, selbst wenn die dann vergehen sollte, wird es wahrscheinlich weh tun, aber es gibt immer noch jemanden der mich liebt.
Ich.

Mein Fazit nach einem Monat ist, dass diese Reise, die beste Entscheidung meines Lebens ist.

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