Ich bin verliebt, in Welly

Guilty shake at Chocolate factory Wellington

Es ist eine stürmische Liebe, die auf den ersten Blick.
Wellington und ich lieben einander.
Bereits bei der Ankunft in der Hauptstadt Neuseelands, öffnete diese Stadt seine großen Arme und empfing mich herzlich.
Sie am Dienstag zu verlassen, daran denke ich lieber nicht.
Das besondere für mich ist hier, dass ich bei Freunden, die ich erst vor wenigen Wochen kennengelernt habe, wohnen darf.
Zu Hause in der Fremde.
Dieses Gefühl ist für mich völlig ungewohnt, umso dankbarer bin ich dafür, das erleben zu dürfen.
Als ich gestern mit meiner Freundin zum ersten Mal, diese Stadt erkundetet, fing ich an ein Gefühl für Wellington zu bekommen.
Sie ist kompakt, kreativ, alternativ, offen, herzlich, liebevoll, wunderschön und einzigartig.
Ob es nun der Besuch im Te Papa Museum (hier kann man sich kostenlos mit der Geschichte des Landes vertraut machen) ist, ein Spaziergang am Hafen, entlang der Küste oder ein Bummel durch die vielen Straßen ist.
Die Vielfalt dieser Stadt scheint einfach schier kein Ende zu kennen.
Grenzen und uferlos nimmt sie einen ein, schließt einen ins Herz und wird einen dort nie wieder rauslassen.
Zumindest glaube ich das.
Ein weiterer Punkt, der meinen Aufenthalt hier so einzigartig macht, die Gespräche mit meinen Freunden über die verschiedensten Themen, die ich zum Teil schon vor der Reise beschäftigte, seit der Reise noch viel mehr.
Statt täglich ins Büro zu gehen, fahre ich nun entweder weiter zum nächsten Ort oder erkunde die neue Gegend, lese Bücher, die ich schon lange lesen wollte, lasse sie mir als Hörbuch vorlesen oder lasse mich treiben und gehe viel spazieren.
Laufen ist meine Medizin, dass wurde mir letztes Jahr schon bewusst, jetzt jeden Tag aufs Neue.
Ohne mit der Wimper zu zucken, laufe ich, obwohl der Bus mich auch in die Stadt bringen würde mal eben 45 Minuten in die Stadt bergauf und bergab.
Mir kommen die verschiedensten Dinge, Fragen und Gedanken in den Sinn.
Das Thema Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung und mein eigener Körper faszinieren und interessieren mich.
Was damit zu tun haben kann, dass diese Reise auch dazu dienen soll, um herauszufinden, wie ich in Zukunft leben will.
Gleichzeitig die Zeit nutze um mir anzuschauen, wie leben andere, welcher Lebensentwurf passt zu mir, was davon kann ich mir anschauen, möchte ich in mein Leben integrieren?
Faszinierend finde ich, dass ich feststelle, dass ich mich je mehr ich mich in eins der Themen vertiefe, desto verwirrter bin ich manchmal.
Es ist kein einfaches Frage Antwort Spiel, ab und zu entsteht aus einer Frage und deren Antwort gleich drei neue Fragen.
Erstaunlich ist es, wie wenig ich über meinen eigenen Körper weiß und was er so braucht.
Woran liegt das?
Wird das mit der Zeit einfach eine Selbstverständlichkeit?
Jeden Tag aufwachen, essen, trinken, schlafen und dazwischen leben.
Ohne nachzufragen, zumindest solange alles funktioniert?
Bloß was bedeutet das überhaupt, funktionieren, im Falle meines Körpers?
Ich bin gesund?
So wirklich Bescheid, wie genau was funktioniert und was mein Körper braucht um mich am Leben zu erhalten, wie ich ihn am besten unterstützen kann, weiß ich gar nicht.
Seit heute lese ich das Buch „Darm mit Charme“, bereits nach den ersten Seiten, bin ich fasziniert und schockiert, wieso weiß ich das alles nicht?
Keine Ahnung.
Aber ich will mehr wissen, verstehen was in mir drinnen so los ist.
Diese Reise scheint nicht nur eine Entdeckungsreise um die Welt zu werden, sondern auch eine in mir und mit mir.
Aufregend.
Nun zum heutigen Tag.
Am frühen morgen hieß es erstmal im Familien Lieblingscafé zusammen entspannt frühstücken, bevor wir auf den Obst und Gemüsemarkt im Viertel gingen um für die nächsten Tage einzukaufen.
Nach einer kurzen Verschnaufspause lief ich in die Stadt, dort erwartete mich eine andere Freundin, die ich während meines Vipassana Kurses kennenlernen durfte.
Sie ist extra für heute und morgen hergeflogen, damit wir uns sehen können und uns die Stadt zusammen angucken können.
Großartig.
Unsere Erkundungstour startete in einer winzigen kleinen Straße, der Eva Street.Eva Street Wellington
Einfach nur wow.
Die Street Art und die ganzen Motive überall in der Stadt verteilt, beeindruckt mich schon die ganze Zeit, seitdem ich in Neuseeland bin.

Doch hier bekommt das ganze nochmal eine ganz andere Dimenson.
Ein einmaliges weiteres Highlight ist der Shop, der selbstgemachte Erdnussbutter nur durchs Fenster verkauft. Hier bekommt Window Shopping, gleich eine ganz andere Bedeutung.Fix and Fogg Peanut Butter Window Shop Eva Street WellingtonFix and Fogg Peanut Butter Window Shop Eva Street Wellington
Was für eine kreative Art sich auszudrücken.
Um die nächste Ecke folgte wartete gleich das nächste Highlight, die Schokoladen Manufaktur von Wellington.
Ich bin eine absolute Naschkatze, auch wenn ich nach meinem Zuckerdetox, darauf achte den Zuckerkonsum zu minimieren, gibt es bewusste Ausnahmen, dies ist so eine.
Dieser Schokoladen Shake geschmacklich wie auch rein äußerlich betrachtet, ein Kunstwerk, fast schon zu schön um es zu essen.
Am Ende konnte ich mich schweren Herzens doch dazu durchringen.
Göttlich.
Sogar wesentlich weniger süß als ich erwartet habe, vielleicht weil es mit dunkler Schokolade gemacht wird und echtem Kakao, der ist in Wirklichkeit ja auch bitter.
Das weiß ich spätestens seit meinem 40 Tage ohne Zucker Selbstversuch.
Hier herrscht noch echte Handarbeit, das sieht und spürt man.
Weiter ging es durch die kleinen Straßen, aus dem staunen kamen wir gar nicht mehr raus.
Fast überall blieben wir stehen, sei es an der Street Art oder in den kleinen individuellen Läden.Matchbox in WellingtonMatchbox in Wellington
Ich verliebte mich immer wieder aufs neue.
Wie gut ist es da, dass ich nur begrenzten Platz in meinem Backpack besitze.
Daher heißt es jede Anschaffung wird aufgrund des Preises und der Notwendigkeit, gleich mehrmals kritisch überprüft.
Stolz kann ich sagen, außer Essen und einem Kabel, (mein altes ging verloren irgendwo), ist nichts gekauft worden.
Wobei ich wahrscheinlich doch noch das eine oder andere kaufen werde, darüber schlafe ich nochmal.
Sollte ich es morgen immer noch wollen, kaufe ich es.
Sonst denke ich noch Jahre später darüber nach, sowie über diesen Armreif in Barcelona, den ich nicht gekauft habe, weil er 2 Euro zu teuer war.
Am Wochenende bietet Wellington für alle Hungrigen, etwas besonderes, Freitags wie samstags gibt es einen Food Markt mit den verschiedensten Köstlichkeiten aus aller Herren Länder.
Großartig.
Zum ersten Mal in meinem Leben aß ich hier einen Crêpe aus China, ein traditionelles Nationalgericht aus dem Norden Chinas wie uns auf Nachfrage hin erklärt wurde.
Davon wusste ich gar nicht.

Bisher glaubte ich, die kommen aus Frankreich und haben dort auch ihren Ursprung.
Zum kulinarischen Abschluss, sollte es nochmal was süßes sein.
Nach einer kleinen Suche fanden wir diesen, für sein Eis, sogar prämierten Laden.

Wahnsinn.
Köstlich und alles frisch.
Danach hieß es für mich wieder ab nach Hause.
Hier gönne ich mir eine Verschnaufspause vom Tag, bevor es morgen weitergeht.
Mich Dienstag in Richtung Süden, also auf die Südinsel zu begeben, kann ich mir noch gar nicht vorstellen.
Egal, erstmal bin ich hier und genieße die Zeit, in meiner aktuellen Lieblingsstadt Neuseelands, Wellington.

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