Im dunkeln Rucksack auf und los

Kaiteriteri

Mein Wecker klingelt um 5:30 Uhr.
Niemand zwingt mich dazu, kein Termin, Bus der auf mich wartet oder so.
Es ist ganz allein meine Entscheidung so verdammt früh aufzustehen.
Noch Tage zuvor schlief ich ohne Wecker locker bis 7 oder 8 Uhr und fühlte mich selbst dann noch müde.
Heute ist es anders.
Gestern Abend legte ich mich bereits um 20:15 Uhr ins Bett hörte noch ein Hörbuch und bin irgendwann eingeschlafen.
Bis eben der Wecker mich weckte.
So leise wie möglich schlich ich mich aus dem Viererzimmer, dass ich mir mit 3 anderen Frauen teile.
Jacke vergessen, also nochmal schnell kurz zurück.
Draußen ist es noch dunkel, leichter NIeselregen begrüßt mich.
Guten Morgen.
Bloß wo geht es eigentlich hin?
Gibt es hier einen Fußweg?
Ganz bestimmt, denke ich noch voller Enthusiasmus.
Die eine Straße laufe ich mit meiner Stirnlampe auf dem Kopf hoch, nur um festzustellen, hier gibt es keinen Fußweg.
Verdammt.
Weiter suchen.
Einige Zeit laufe ich weiter, denke sogar kurz ans aufgeben, schließlich wäre es ein leichtes mich wieder in mein warmes Bett zu legen.
Tue ich aber nicht.
Will ich nicht.
Alles in mir widerstrebt diesem Gedanken.
Was für ein Unsinn.
Weiter, los jetzt.
Ich finde was ich suche, einen Weg am Strand entlang, einer dieser Küstenwanderwege von denen ich vie gehört habe. So einen wollte ich unbedingt machen.
Hier bin ich, scheint er zu rufen.
Nach einer kurzen Verschnaufspause an einer Treppe am Strand, bei wundervollem Ausblick ging es rauf.
Und wie.
Zugegeben, das stellte ich mir irgendwie idyllischer besser und sicherer vor.
Ist das typisch deutsch?
Alles ordentlich, akkurat und sicher abgesteckt zu wollen?
Vielleicht.
Für ein langes versinken in diese Gedanken blieb mir aber keine Zeit.
Zu gefährlich das abschweifen der Gedanken in dieser Situation.
An manchen Ecken, verschlug es mir kurz den Atem.
Verdammt was mach ich hier eigentlich?
Dieser Weg sieht ganz und gar nicht sicher aus.
Nein, so überhaupt nicht vertrauenserweckend.
Umdrehen dennoch auch keine Alternative.
Also volle Konzentration und los.
Die vielen kleinen Ausblicke aufs Meer versuchten mich zu entschädigen und das taten sie auch.
Was bleibt ist die Frage, mache ich das jetzt immer?
Naja, abwarten.
Zurück in meiner Unterkunft musste ich einfach an der Rezeption fragen, ob es wirklich keine Fußgänger Alternativen gibt.
Ein letzter wenn auch kleiner Hoffnungsschimmer existierte in mir noch, doch er erstarb.
Ja, Alternativen wie einen Bus zum Beispiel gibt es durchaus.
Nur, kostet der soviel, dazu bin ich dann doch zu geizig.
Alles andere selbst der Abel Tasman Nationalpark auf den ich mich so freute, ist Stunden Fußweg entfernt.
Normalerweise kein Problem für mich nur hier heißt das eben laufen auf einer Straße für Autos und Busse, ebenso in den Kurven.
Mir bleiben noch 4 Nächte hier und bei dem Gedanken, den ganzen Tag hier nur rumzusitzen oder nur am Strand zu liegen, wird mir schlecht.
Also werde ich mir heute einen Plan überlegen.
Genau und mein Essen rationieren um herauszufinden, wann meine Vorräte aufgegessen sind.
Auf in den Tag.

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