Wenn sich der Vorhang über Queenstown hebt

Queenstown Hill

Nach zwei schier schlaflosen Nächten, wachte ich heute morgen relativ ausgeschlafen auf.
Beim Blick raus aus dem Bett und am Vorhang vorbei, konnte ich sogar ein bisschen Sonne entdecken.
Sollte sich die Wettervorhersage für heute also wirklich bewahrheiten?
Das wäre großartig.
Schnell noch die Sachen zusammenpacken, zwar reise ich nicht ab, aber ein Zimmerwechsel in ein 4er Zimmer nur für Frauen steht an.
Danach kurz ausgecheckt, den Rucksack rauf und los ab nach draußen.
Endlich.
In der Sonne war mir zwar richtig warm, doch im Schatten fröstelte ich ein wenig.
Vor lauter Freude über die Sonne trage ich nämlich nur Shorts und ein sehr sommerliches Top.
Da hilft nur laufen laufen und laufen.
In Ordnung eine heiße Schokolade zum aufwärmen gabs dann auch noch.
Bereits in Westport kaufte ich für solche Gelegenheiten eine wiederverwendbaren Becher, ist er nicht süß? Der ist so leicht, dass er mittlerweile immer im Tagesrucksack mitreist.Hot chocolate
Einen Fuß wieder vor den anderen setzen zu können, voran zu kommen, statt auf dem Zimmer oder im Hostel zu sitzen, unbezahlbar.
Queenstown gefällt mir sehr gut.
Dieser kleine Ort ist kompakt, hat alles was es braucht, den günstigen Supermarkt außen vor gelassen, dorthin ist es wieder mal ein kleiner Spaziergang.
Aber das bin ich ja schon gewohnt.
Mich beeindruckt besonders der Vorhang der sich gehoben hat.
Beim Blick auf die Berge bietet sich mir ein atemberaubendes Panorama.
Wunderschön.
Die Natur ist eine Meisterin ihres Fachs.
Heute Morgen als ich mir in dieser Küche (absolut nicht mein Favorit, ich mag es nämlich sauber und ordentlich) im Hostel mein Frühstück machen wollte, musste ich feststellen, das mein Joghurt weg ist. Entweder aufgegessen von jemand anderem oder weggeschmissen.
Blöd.
Mein erstes Mal in dieser Hinsicht, kurz entschlossen kaufte ich mir nebenan einen Bagel zum Frühstück und bestaunte die Bemalung des Cafés.Bagel and Balls Shop
Sowohl das Café und auch das Bergpanorama entschädigen mich für den verloren gegangenen Joghurt.
Wer weiß wofür das gut ist.
Nach all dem Kummer der letzten Tage, zumindest gefühlt, geht es mir, auch dank des guten Schlafs sowie des Wetters wieder besser.
Zum Mittagessen noch ein weiteres Highlight.
Seitdem ich nun seit circa 6 Monaten Vegetarierin bin, glaubte ich Burger sind für mich passe. Schade. Erst langsam aber schon recht sicher bewege ich mich als Vegetarierin durch die Welt. Oftmals hört es sich für mich selbst noch überraschend an mich sagen zu hören, Ich bin Vegetarierin, aber das wird.
Am Anfang dachte ich noch, das bedeutet kein Fleisch und kein Fisch, fertig.
Nee, so simpel ist es nicht. Zum Beispiel wird hier in Neuseeland zum stabilisieren der Joghurts Gelatine verwendet, also immer schön die Zutatenliste lesen oder gleich auf Kokos Joghurt ausweichen. Problem ist hier nur der ist sehr sehr teuer, noch teurer als alles andere eh schon.
Achja und Gummibären sind auch gestrichen, zumindest die Goldbären.
Fällt es mir schwer darauf zu verzichten?
Nein.
Zugegeben, eine Umstellung ist das schon, doch vielmehr bedeutet das die Erweiterung meines kulinarischen Horizonts. Ich probiere gerade sehr viel verschiedenes aus, gerade essenstechnisch. Esse Dinge, die ich vorher noch nie kannte oder die interessant klingen. Meistens schmecken sie mir auch. Ab und zu wie bei den Seetang Kräckern letztens auch mal nicht.
Die Vielfalt ist aber viel größer als ich glaubte.
Heute hier in Queenstown ging ich zum besten Burgerladen, dort soll es auch einen besonders guten vegetarischen geben.
Also hin da.
Vielleicht kann ich weiterhin Burger essen, halt nur ohne Fleisch.
Schmeckt das?
Mal sehen.
Fergburger ist allerdings so bekannt, dass die Schlange dementsprechend lang ist.
Normalerweise, stell ich mich dann nicht an.
Diesmal schon.
Und mein Warten sollte belohnt werden.
Zwei verschiedene vegetarische Burger stehen zur Auswahl einer mit Tofu, der andere mit Falafeln.
Ich entscheide mich für den Falafel Burger „Bun Laden“.Bun Laden BUrger Fergburger Queenstown
Bereits beim Anblick läuft mir das Wasser im Mund zusammen.
Der Burger schmeckt verdammt gut, einfach nur yummieh.
Mir fehlt nichts.
Selbst die anderen Fleischburger nebendran zu sehen, macht mir nichts aus.Burgers in a row
Ganz im Gegenteil.
Nachdem Burger hieß es wieder einchecken im Hostel.
Das neue Zimmer ist wahrer Luxus, sogar eine eigene Toilette und Dusche haben wir.
Solche Kleinigkeiten bereiten mir große Freude.
Draußen scheint noch die Sonne, daher heißt es wieder raus, spazieren gehen, bummeln und co.
Mal sehen was es noch so zu entdecken gibt.
In den Queenstown Gardens lugte die Sonne immer mal wieder zwischen den Bäumen hervor, besonders stark strahlte sie auf diese eine Bank.
Meine Bank, schon verstanden.
Hier legte ich mich einfach hin, nutzte meinen Rucksack als Kopfkissen und machte ein kleines Nickerchen.
Einfach mal nichts tun, an nichts denken, nur sein.
Kurz bevor ich komplett eingeschlafen wäre bin ich weiter gelaufen.
Seit Tagen laufe ich an diesem Keksladen vorbei.
Jeden Tag immer wieder.
Und mit was die Leute da alles rausgelaufen kommen.
Mmmhhh…
Ich geh da jetzt einfach rein und guck mal.
Klar, nur gucken.
Eher nicht.
Sehr unwahrscheinlich.
Egal.
Drinnen angekommen fühle ich mich pudelwohl.
Zwar sind das Original Krümelmonster meiner Kindheit blau aus und das hier rot, ansonsten kann ich aber keinerlei gravierende Unterschiede feststellen.
Mir ist nach einem Shake und der hat es in sich.
Entschuldige darf ich das überhaupt essen oder ist das Kunst?
Wow.
Völliger Zuckerschock und einfach nur himmlisch.
Direkt danach bin ich spontan auf den Hügel von Queenstown gelaufen.
Was in diesem speziellen Fall die Bezeichnung Hügel nicht trifft.
970 m sind für mich schon eher ein Berg.
Vor allem allein der Weg zum Weg ist so steil, dass ich mich gerne mal mit den Stadtplanern unterhalten möchte.
Habt ihr mal Zeit auf einen Tee oder Kaffee?
Währenddessen könntet ihr mir mal erklären wie man auf so steile Wege und Straßen kommt.
Wahnsinn.
Der Wanderweg hoch zum Berg nur minimal flacher und die Stöcke lagen trocken im Hostel.
Bereits nach einigen Metern wollte ich kurzerhand wieder umdrehen.
Tja, lieber Schweinehund Pech gehabt.
Also rauf gehts.
Mittendrin schaue ich mich um, sehe wie sich das Licht durch die Blätterdächer bricht, der Schatten der Bäume mir Abkühlung gibt und weiß wieder wo ich hin gehöre. Egal, wie anstrengend das hier ist, gerade kriege ich mehr zurück als ich dachte.
Der Ausblick war jeden Schritt, jeden Meter wert.
Beim Weg wieder runter spüre ich meine Knie, die haben sich in Wackelpudding verwandelt.
Jetzt mache ich erstmal eine Pause und packe die Sachen für morgen.

Habt einen schönen Tag.

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