Alleine unterwegs

Be free

Aber du machst deine Reise doch sicher nicht alleine?
Wie genau und gut ich mich noch an diese und ähnliche Fragen vor meiner Reise erinnern kann.
Doch tue ich.
Ganz alleine.
Sogar als Frau.
Stell sich das mal einer vor.
Im Jahre 2018.
Mal ganz davon abgesehen davon, dass ich weder in den mittleren Osten oder in die Bronx reise oder in ein Kriegsgebiet, traue ich mich alleine als Frau zu reisen.
Die meisten Länder, die ich dieses Jahr besuche lassen sogar ihre Haustüren auf, nur damit es die Einbrecher besonders einfach haben und direkt wieder raus können.
Nein, Spaß beiseite.
Alleine unterwegs zu sein ist für mich eine große Freiheit, die Chance zu erkennen wo ich sonst nur wieder Kompromisse eingegangen wäre.
Zum anderen bin ich auf mich gestellt, sehe was ich auch alleine hinkriegen oder muss.
Je nachdem wie ich das betrachte.
Ich kann tun und lassen was ich will ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen.
In den letzten Tagen wird mir nur schmerzlich bewusst, dass mir gerade ein eigener kleiner Rückzugsort fehlt.
Ein Platz, an dem ich mal nur für mich sein kann.
Nirgendwo bin ich nur für mich oder gar allein.
Kann mir und dem was da ist freien Lauf lassen.
Das fehlt.
Macht mich unruhig.
Ich brauche dafür eine Lösung.
In Zukunft und dafür bin ich mir sehr dankbar, auch wenn ich es immer noch nicht ganz glauben kann, werde ich diesen Ort besitzen.
Mein Zelt für den Rest der Reise in Europa ist nämlich schon gekauft.
Für Neuseeland und die letzten Wochen hier die Unterkünfte bereits gebucht.
Also werde ich mir für die Zeit was anderes einfallen lassen.
Ein anderer Punkt des alleine Reisens ist der auf sich selbst zurück geworfen werden.
Da ist niemand sonst.
Auch wenn ich nie wirklich alleine bin, gibt es da keinen Reibungspunkt oder jemanden zum auseinandersetzen oder gar umarmen.
Etwas das mir gerade fehlt.
Hier steht auch niemand rum, der kostenfreie Umarmungen verteilt.
Schade eigentlich.
Vielleicht sollte ich mich mal hinstellen.
Verrückte Idee.
Gut ist, allein auf reisen wird mir bewusst was ich an meinen Liebsten habe.
Das tut gut.
Für die anderen Dinge werde ich auf jeden Fall Lösungen finden.
Ich könnte zum Beispiel morgen Bäume umarmen gehen.
Die freuen sich bestimmt und kennen das schon.
Und nein, das ist nicht verrückt, sondern einfach nur schön.
Hab ich schon mal gemacht.
Nur in Spanien kann ich das nicht empfehlen, die sind das da nicht gewöhnt.
Trotz und wegen allem bin ich froh alleine zu reisen, es gibt mir Zeit und Raum sich wenn auch manches Mal eher gezwungenermaßen mit mir selbst auseinanderzusetzen.
Jetzt ist es Zeit zum schlafen und morgen, ja da freue ich mich auf einen neuen Tag.
Der letzte hier in Dunedin bevor es Sonntag wieder weitergeht.
Diese Reise ist definitiv das verrückteste was ich je in meinem Leben gemacht habe und gleichzeitig das beste.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.