Bye, bye Queenie

Eigentlich müsste es tschüss Dunedin heißen, denn von dort bin ich heute Morgen aufgebrochen um nun wieder hier in Queenstown zu sein.
Manchmal liegen Abschiede eben verdammt nah beieinander, so wie jetzt.
Das allein ist es nicht.
Keine Ahnung wieso, aber heute kommt vieles zusammen.
Dementsprechend nah am Wasser bin ich gebaut.
Da hilft es wenig allein den Hormonen die Schuld zu geben oder dem geringen Schlaf.
Dunedin ist das Edinburgh Neuseelands, mit all seiner Lebendigkeit und Kunst hat es mich verzaubert, sich einen Platz in meinem Herzen erobert.
Richtig so.
Wieder in den Bus nach Queenstown zu steigen, löst mehreres in mir aus.
Zum einen ist da die Tatsache, das nach Queenstown nur noch ein weiterer Ort kommt, bevor ich Mittwoch die letzte Station meiner Reise hier in Neuseeland erreiche, Christchurch.
Komisches Gefühl.
Letztlich heißt es, die Zeit in Neuseeland neigt sich dem Ende zu. Hatte ich erwähnt, Abschiede liegen mir nicht? Ich mag sie nicht wirklich.
Gleichzeitig sehe ich meine Familie und meine Freunde endlich wieder.
Nicht zu vergessen, das neue Abenteuer Norwegen und der erste große Trail (650 km durch Norwegen) wartet auf mich. Ab und zu scheint es mich schon zu rufen. Endlich jeden Tag laufen, das Zelt ausprobieren und losgehen, der Weg ist das Ziel.
Andererseits kenne ich Queenstown, ein Gefühl von Vertrautheit schleicht sich ein, zwar nicht zu Hause, aber trotzdem tut es gut.
Also im Grunde genommen ein ganz normaler Sonntag, Wochenende halt.
Wochenende.
Irgendwie gibt es das nicht mehr für mich, seit dem Beginn der Reise.
Ob das daran liegt, das selbst am Sonntag alles hier auf hat oder das die Wochentage an Bedeutung verlieren ?
Genau betrachtet diente früher, also gerade mal wenige Monate her, das Wochenende zur Erholung, inzwischen ist jeder Tag ein neues Abenteuer. Pause oder Ruhetage nehme ich mir selten, steigt bei solchen Gedanken allzu oft das Gefühl hoch, ich arbeite doch gar nicht, wovon also erholen?
Vom verarbeiten, den vielen Eindrücken, erleben, Abenteuern und co zum Beispiel.
Stimmt.
Und dann während ich im Bus hinausblickte, passierte es.
Ich dachte an dich.
An uns.
Hab mich gefragt, was am Ende einer Liebe wohl noch bleibt?
Bis in Queenstown konnte ich alle weiteren Gedanken vertreiben, doch sie holten mich ein und plötzlich war ich statt nur am Wasser, wieder mittendrin.
Super.
Hilft nichts, also suchte ich mir eine ruhige Ecke und musste mich im tief durchatmen üben, bevor ich weitergehen konnte.
Wie lange das wohl noch so geht?
Wann genau es aufhört?
Bis dahin, atmen, atmen.
Meine Laune wollte sich zuvor auch einfach nicht bessern, als ich in meinem Zimmer ankam und es statt hell und freudig auf mich wartete, dunkel und voll war.
Gleich nach meiner Ankunft packte ich daher meinen Rucksack und ging lieber wieder zurück in die Stadt, wo ich jetzt sitze und schreibe.
Einfach ein bisschen bei mir bleibe.

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