Mein Poncho und ich

Mein Regenponcho und ich

Ich sitze hier in einem kleinen Café, bei heißer Schokolade und wärme mich ein wenig auf.
Der Tag begann interessanterweise mal ausgeschlafen.
Alle anderen konnte ich hören, wie sie sich fertig machten für den Bus, die Türen schlugen, sich kurz unterhielten und ich blieb einfach liegen in meinem Bett.
Im Gegensatz zu Ihnen, bleibe ich mit ein paar anderen noch eine Nacht länger hier.
Also bin ich einfach noch ein bisschen liegen geblieben.
Was gar nicht so einfach war, denn sobald die anderen das Gelände verlassen hatten, fing das Housekeeping an zu arbeiten.
An Schlaf war nicht mehr zu denken, auch gut, mach ich mir halt Frühstück.
Im Laufe des Vormittags fing es an zu regnen, zuerst meinte ich das hört schon wieder auf, damit ich am Nachmittag wandern kann.
Doch den Gefallen tat das Wetter mir nicht.
Mir egal.
Was manche Frauen doch so in Ihren Handtaschen haben?
Diese Frage, stelle ich mir ab und zu auch.
Heute ging es allerdings darum, was ich passendes in meinem Rucksack habe.
Ach, genau der rote Poncho.
Mama, du weißt welchen ich meine.
Wie gut das ich ihn parat habe.
Der will ja schließlich vor meinen langen Wanderungen schon mal getestet werden.
Jetzt gab es keinerlei gute Ausrede mehr für mich, nicht nach draußen zu gehen.
Nur noch ab in die Klamotten, Rucksack auf und los.
Mitten durch den Regen wollte ich ursprünglich nur ein bisschen laufen.
Inzwischen komme ich aber immer öfter an den Punkt beim Laufen, da ist es wie ein Selbstläufer, im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich laufe einfach, ohne viel darüber nachzudenken, es passiert einfach.
Manchmal vergesse ich ganz und gar das ich am laufen bin.
So auch jetzt.
Diese wunderschöne Landschaft nimmt mich ein, während ich einen Schritt nach dem anderen laufe.
Wieder mal wird der Spaziergang länger als geplant, aber das macht nichts.
Ich hab Zeit oder ich nehme mir sie einfach.
Auf meinem Rückweg hier im Café traf ich beim Aufwärmen noch auf ein nettes niederländisches Ehepaar, wir unterhielten uns kurz und dann brachen sie auf.
Für mich ist es nun auch an der Zeit zu gehen, denn das Café schließt.
Ab zurück ins Hostel, Klamotten wieder an und den Rest des Tages entspannt ausklingen lassen.
Morgen geht es nach Christchurch.
Das letzte Mal in den Bus einsteigen und dann ist dieses Kapitel abgeschlossen, Christchurch steht mir dann noch bevor.
Meine Zeit im Bus ist dagegen vorbei, mehr als 1 1/2 Monate verbrachte ich damit, meistens im Bus zu sitzen und mich dabei von A nach B fahren zu lassen.
Immer mit kurzen Stopps an den wichtigsten Plätzen und Sehenswürdigkeiten des Landes.
Was für eine verrückte Zeit, aber mitunter auch anstrengende sowie abenteuerliche Zeit liegt in dieser Hinsicht hinter mir.
Wenn ich daran zurückdenke, kann ich mir ein großes Lächeln übers ganze Gesicht einfach nicht verkneifen.
Nein, beim besten Willen nicht, dafür ist zu viel passiert.
Mal sehen, wie ich die kommenden Wochen in Christchurch verbringe.
Ich bin gespannt.

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