Dich schickt der Himmel

Streetart Christchurch

Dies sind die Worte, die diese junge Frau vor wenigen Stunden zu mir sagte.
Mein Tag war bis dahin sehr ruhig verlaufen, ein kleiner großer Spaziergang, kurzer Stopp in der Touristinformation und hier und da mal gucken was es so gibt.
Mittags fand ich einen kleinen süßen Käseladen mit angeschlossener Bäckerei.
Ganz beeindruckt und fasziniert stand ich vor diesem leckeren Brot.
Richtiges frisch gebackenes Brot.
Das ist neben dem Supermarkt Toast, etwas ganz besonderes für mich geworden.
Und dann auch noch das.
Käse.
Wie lange hab ich schon keinen Käse mehr gegessen?
Außer auf Pizza.
Zwar sehen die Käsetheken hier in den Supermärkten immer total schön aus, nur was soll ich mit einem Kilo Käse oder einem großen Rad?
Völlig glücklich, biss ich wenige Minuten später, in mein Käsebrot mit neuseeländischem Brie.
Lecker, sag ich euch.
Von da aus ging ich in den Supermarkt und wieder zurück zum Hostel.
Schließlich wollte ich heute unbedingt noch meine Wäsche waschen, morgen regnet es und wie ich jetzt weiß verträgt sich der Trockner nicht so gut mit meiner Funktionskleidung.
Puh, vielleicht hab ich dann doch nicht plötzlich in 3 Tagen zugenommen.
Stimmt, könnte daran liegen das manches etwas eingelaufen ist.
Hilft wohl nur abnehmen.
Egal.
Im Hostel angekommen, gönnte ich mir eine kurze Pause und wartete währenddessen darauf, dass die Waschmaschine frei wird.
In dieser Zeit plante ich schon wieder und schrieb vor mich hin in mein Notizbuch.
Am anderen Ende des Tisches saß eine junge Frau, ungefähr mein Alter.
Unsere Blicke kreuzten sich, wir tauschten ein Lächeln.
Dann sah ich ihre Krücken und fragte was passiert ist.
Mit ihrer Beherrschung war es vorbei, die Tränen kamen.
Ohne weiter darüber nachzudenken, setzte ich mich neben sie und nahm sie in den Arm.
Wir unterhielten uns und dann sagte sie die Worte zu mir:“Dich schickt der Himmel“
Eine Frage, die ich mit auf meine Reise genommen habe, in der Hoffnung irgendwann eine Antwort darauf zu finden, ist wie es danach beruflich für mich weitergeht.
Die Antwort kenne ich in Wahrheit schon viel länger, bisher fehlte mir der Mut beziehungsweise wusste ich nicht, ob ich das kann.
Bereits in der kurzen Zeit, die ich auf dieser Reise bin, begegne ich immer wieder Menschen so wie heute dieser jungen Frau, die mich darin bestärken oder mich auf natürliche Art machen lassen, was ich beruflich tun werde.
Mir ist in dem Gespräch klargeworden, so sehr wie sie mich heute brauchte, brauchte ich sie, um endlich auch den letzten Zweifel auszuräumen.
Für mich ist diese Erkenntnis ein großes Geschenk.
Im Anschluß an das Gespräch konnte ich meine Wäsche waschen und wir gingen dann noch zusammen spazieren.
Nun liege ich auf meinem Bett, die Wäsche ist noch nicht trocken, was bedeutet das ich in meinem Kleid schlafen werde, aber auch das werde ich überleben.
Vielmehr wird mir klar, auch sie schickte der Himmel.
Wir beide sollten uns heute begegnen und haben das beste daraus gemacht.
Was für ein Tag.

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