Ein Kapitel schließt sich, das nächste beginnt

Cathedral Square

Heute Morgen hieß es noch einmal aufstehen, Sachen packen, frühstücken und ab in den Bus.
Diesen Tag sehne ich schon seit ein paar Wochen herbei, egal wie schön es irgendwo war, im Kopf war immer, bald kommt Christchurch.
Und nun ist es soweit.
Im Bus fiel plötzlich vieles von mir ab.
Nach einer Nachricht von einer guten Freundin, liefen die Tränen dann nur so runter.
All die schönen aufregenden Sachen, der letzten 2 Monate, sind mir wieder eingefallen.
Wieviel ich in dieser kurzen Zeit bereits erlebt habe, ist mir nicht immer bewusst und manchmal kommt es dann plötzlich wie heute.
Mit dem Bus bin ich nun innerhalb kürzester Zeit einmal quer durch Neuseeland gefahren.
Vom nördlichsten Punkt des Landes, Cape Reinga, über den südlichsten Ort Buff, bis hierher nach Christchurch.
Jedesmal in den Bus einsteigen, neue Leute kennenlernen, Sehenswürdigkeiten angucken, Fotos machen, Ausflüge unternehmen, Natur pur, ein Highlight folgte dem anderen.
Zum Luft holen oder gar mal Pause machen, gab es vor allem auf der Nordinsel kaum Zeit.
Auf der Südinsel angekommen, nahm ich mir zwar an den einzelnen Orten mehr Zeit, doch auch hier erlebte ich verdammt viel.
Wie ich zum Beispiel nach über 5 Stunden zu Fuß, doch zum ersten Mal getrampt bin, nur um einen Supermarkt zu besuchen.
Oder das runterspringen der Wasserfälle in Waitomo, im Dunkeln.
Mitunter kommt mir das alles schon so verdammt lange her vor, ist es in Wirklichkeit aber nicht.
Was mich wohl hier in den kommenden Wochen in Christchurch erwarten wird?
Keine Ahnung.
Zumindest bin ich aus dem Bus ausgestiegen, mit dem Gefühl, dieses Kapitel ist jetzt abgeschlossen und das neue heißt: Christchurch.
Beim letzten Blick auf den Bus, wurde ich fast etwas wehmütig.
Nur kurz nach meiner Ankunft im Hostel, bin ich natürlich wieder los.
Mittlerweile mehr als 3 Stunden unterwegs, mir ein bisschen die Gegend angucken.
Auf den ersten Blick ist die Stadt verwirrend, fast schon verstörend.
So zerstört hatte ich mir Christchurch beim besten Willen nicht vorgestellt.
Doch wirklich verwunderlich ist es andererseits nicht.
Das was nun sichtbar ist, woran mit Hochdruck gearbeitet wird, sind die Wunden der Stadt.
Eine ganze Serie von Erdbeben erschütterte die zweitgrößte Stadt Neuseelands bis in die Grundmauern.
Verschiedene alte Gebäude werden versucht zu erhalten, an anderen Orten sind schon neue moderne Gebäude errichtet, dazwischen immer öfter die Trümmer der anderen Häuser.
Trotz allem oder gerade wegen allem, spüre ich viel Hoffnung hier.
Streetart findet sich auch einige, sie ist aber anders als in Dunedin, der Fokus ist ein ganz anderer.
Christchurch erfindet sich gerade gezwungenermaßen komplett neu.
Erst in circa 5-10 Jahren soll die Stadt wieder in neuem Glanz erstrahlen, wie sie wohl aussehen wird.
Jetzt lauf ich erstmal weiter und schaue mich noch etwas um.

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