Ich sprech doch nur IKEA

Streetart in Dunedin

Es gibt so Momente.
Oh ja.
Gestern zum Beispiel.
Folgende Situation:
Ich sitze mit einer anderen deutschen jungen Frau in der Hostelküche, wir beide vor unseren Laptops, brabbeln zwischendurch einfach mal vor uns hin.
Wie angenehm ist das denn bitte.
Bei all den Seiten die ich aufrufe, komme ich auf welche, die ich wirklich brauche oder mich interessieren.
Einziges Manko, sie sind auf schwedisch, den Knopf zum Umschalten oder die Flagge, die es normalerweise gibt, find ich einfach nicht.
Also, sage ich so vor mich hin: „Das ist ja alles auf schwedisch. Menno. Ich sprech doch nur Ikea.“
Völlig ernst heraus, ohne weiter darüber nachzudenken, will ich weitermachen.
Die junge Frau schaut auf, guckt mich an.
„Was hast du da gerade gesagt?“, fragt sie mich.
„Du meinst, dass das alles nur auf schwedisch ist und ich nur Ikea kann?“, erwidere ich irritiert, immer noch unwissend.
Als sie mich daraufhin anschaut, den Kopf schüttelt und lauthals anfängt zu lachen, dämmert es mir auch.
Ich spreche oder kann ja nur IKEA.
Genau, Jaqueline.
Nee, schon klar.
Du mal wieder.
Ja, ich.
Aber zu meiner Verteidigung muss ich gestehen, die einzigen schwedischen Worte, die ich zustande bringe, kenne ich von IKEA.
Danke, Ikea.
Beim Schreiben dieser Zeilen, kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen.
Lachen tut ja so gut.

Mittags gab es für mich eine Premiere.
Für die meisten von euch eine Selbstverständlichkeit, denke ich.
Ich aber machte mir zum ersten Mal selbst, Bratkartoffeln mit Schmorzwiebeln.
Mmmmh, lecker, da schlägt auch das low budget Herz des Backpackers höher, günstig, einfach und so gut.
Was ich in dieser Hinsicht wohl noch für Gerichte lernen oder entdecken werde.

Besonders dankbar und schön finde ich, hab mich vorher nicht getraut es anzunehmen.
Den Geist des Teilens, den ich hier, so stark vorfinde wie nie zuvor irgendwo sonst.
Alles was wir Backpacker nicht mehr brauchen, am meisten halt Essen, weil es uns nicht schmeckt oder wir zu viel gekauft haben, legen wir ins free food Fach. Derjenige, der es braucht oder Lust drauf hat, kann es sich nehmen. In den letzten Tagen und heute Morgen schon wieder kam ich so zu Dingen, die ich mir ursprünglich im Supermarkt kaufen wollte. Nicht nur, dass ich wieder was gespart habe, nein sondern dieser Geist, der auch ansonsten in den Hostels sowie auf der Reise allgegenwärtig ist, erfüllt mich mit dankbar und Demut, wir teilen, helfen unterstützen uns gegenseitig.
Das macht den Unterschied für mich.
Selbst bei Gesprächen kommen wir hier wesentlich schneller zum Punkt, wie bei einer Zwiebel scheint es, den Smalltalk (äußere Schicht) sparen wir uns einfach.
Eine wahre Wohltat.
Am Ende sind wir alle, nicht nur auf Reisen, sondern immer, eine große Gemeinschaft.

Heute bin ich gespannt auf das nächste Hostel in das ich umziehe, schön finde ich es in derselben Stadt zu bleiben, ziehe einfach nur ins nächste Viertel.

Passenderweise scheint die Sonne.

Daher an euch alle sonnige Grüße aus CC

Jaqueline

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