Gedicht: Herr Kummer

Das helle Licht am Strand

Herr Kummer

Lieber Herr Kummer,
gib mir endlich deine Nummer.
Dann kann ich dich endlich zurückrufen
und du hörst vielleicht auf mich ständig zu besuchen.
Ich kann das so nicht mehr,
wie lange ist es her?
Reicht nicht all die Zeit,
macht mich nun bereit.
Dass ich sobald ich uns erwähne,
verliere keine Träne
oder mich gar schäme?
Brauch ich am Ende gar viel zu lange?
Du bist da,
immer noch so nah.
Sobald ich nur daran denke,
all dem einen weiteren Gedanken schenke,
mir den Kopf wieder mal dabei zerdenke.
Wann gehst du für immer fort,
an einen ganz fernen Ort?
Soll ich es einfach weiter aushalten
oder gar anfangen mit allem etwas völlig Neues zu gestalten.
Dann sollte ich aufhören,
mir mit alldem Widerstand
beim Benutzen des Verstands
mich selber weiter zu zerstören.
Wieder gelassen,
zulassen,
all den Schmerz,
der da noch ist in meinem Herz.
Egal wie sehr ich es nicht will,
manchmal braucht es dafür einfach die Still.
Zieh nicht mehr in die Schlacht
und nehm dir dadurch sämtliche Kraft.
Sonst kannst du ihn nie kriegen,
deinen endgültigen Frieden,
sondern wirst auf ewig nur dich selbst bekriegen,
um irgendwann allem zu erliegen.
Lieber Herr Kummer,
ich hab jetzt deine Nummer.

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