Momente der Entscheidung

Strandaufgang Wustrow

Momente der Entscheidung

 

Es gibt sie diese Momente im Leben, wo wir vor der Wahl stehen:

Gehen oder bleiben?

In Wahrheit stehen wir jeden einzelnen Tag vor einer Unmenge an Entscheidungsmöglichkeiten, die wir oft als solche schon gar nicht mehr wahrnehmen.

Über eine Woche arbeite ich in meinem neuen Job hier in der Nähe vom Wasser.

Das wollte ich immer direkt am Meer arbeiten.

Wie bei jedem neuen Anfang, Start ist vieles ungewohnt, anders, chaotisch und am Anfang aufregend.

Zugleich besteht genau darin eine große Herausforderung, die Feuerprobe sozusagen.

Wird sich alles bewahrheiten, was ich mir vorgestellt habe? Wie sind die neuen Kollegen? Werde ich mir und meinen eigenen Erwartungen gerecht?

Für mich persönlich ergibt sich aus der Tatsache, dass ich direkt zuvor keinen Job hatte, sondern meine Auszeit, eine weitere Komponente. Aus der unbändigen Freiheit der letzten Monate, der großen Reiseabenteuer komme ich nun geradewegs fast schon in eine Art Stillstand. Ein Ort, an dem ich bleibe, ein Job, der mir feste Strukturen vorgibt, einen Alltag, den ich so gar nicht mehr kenne. Ein komisches Gefühl. In den ersten Tagen fühlte ich mich meiner Freiheit beraubt, wollte sie unbedingt sofort zurück, bis ich begriff, Freiheit ist nichts von außen, die gibt es nur in mir.

Oft beginnen wir im neuen Job, genauso wie mit einer neuen Liebe, in der großen Verliebtheitsphase, da wo der Himmel voller Geigen ist. Fast schon erschlagen von all den neuen Informationen, Kollegen, überwiegt meistens das Hochgefühl. Je nachdem wie es weitergeht, erfolgt dann der mehr oder wenige harte Realitätsschock, die rosarote Brille wird abgesetzt und erkannt wie die Dinge ohne Einfärbung aussehen.

Der Moment der Wahrheit ist da.

Entweder ergibt sich hier schon das erste Mal die Frage nach: Gehen oder bleiben? Oder erst später.

In den meisten Fällen herrscht hier durch die restliche anfängliche Euphorie, die Hoffnung, das ändert sich noch, also erstmal abwarten. Manchmal ist das durchaus der Fall.

Doch die Frage ist für mich, gibt es den festgelegten zeitlichen Rahmen, den es abzuwarten gilt, bevor man die Entscheidung trifft?

Oder ist es nicht vielmehr so, dass jeder einzelne da sein ganz eigenes Gefühl für entwickelt?

Wie sinnvoll ist es, sobald man merkt, das ist es nicht, zu warten? Vor allem worauf?

Das Entscheidende bei der Frage: gehen oder bleiben?, ist für mich, was will ich, was brauch ich, tut es mir langfristig gesehen gut?

Heutzutage wird im Arbeitsvertrag eine sogenannte Probezeit vereinbart, ein zeitlich festgesteckter Rahmen, in dem beide Seiten herausfinden können, ob es passt oder nicht.

Für Beziehungen gilt das nicht.

Es sind diese besonderen Momente der Entscheidung in unserem Leben, die alles verändern können.

Wo wir entscheiden, ob wir einen neuen Kurs einschlagen oder den alten beibehalten.

Sei es im Beruf, in der Beziehung, auf Reisen, in einer Freundschaft oder im Alltag, wenn wir merken, das ist es nicht.

 

Ich wünsche euch, wenn ihr in oder vor so einer Entscheidung steht, den Mut ehrlich und liebevoll mit euch selbst zu sein, die Kraft den neuen Kurs einzuschlagen, einen Moment des Innehaltens und den Glauben an euch und euren ganz eigenen Weg, den niemand außer euch je gehen wird.

 

Alles Liebe,

 

Jaqueline

 

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